Yogagarten - Blog

Heike Geist

Yogapraxis & körperliche Beeinträchtigungen

Wege entstehen dadurch, dass man sie geht ...


"ich würde ja gerne, aber ich hab Schulter ..." - Ein exemplarisches Beispiel von vielen. Ein Beispiel was ich selbst während meiner langjährigen Yogapraxis erleben und erfahren durfte. Die Schulter schmerzt, der Arm - er schmerzt beim Heben, selbst beim Autofahren fällt das Schalten der Gänge schwer, bzw. ist schmerzhaft. Den Tisch decken - oh weh, ich nehme den linken Arm dazu ...  Schmerzen sind sie ein Grund mit der Yogapraxis zu pausieren, sie auszusetzen oder gar abzubrechen?

Die Yogapraxis auszusetzen kann für dich eine Lösung sein. Für mich war und ist es mitnichten so.  Aber - der Schmerz zeigt mir, ich darf Acht geben, achtsamer sein in all dem was ich tue. Ich darf bewusster sein, ich darf  noch liebevoller sein mit mir selbst. Ich darf meine Grenzen neu setzen, abwägen, austesten. Und nein, Yoga ersetzt niemals einen Arztbesuch oder medizinische Behandlung!!! Und nein, ich bin kein Arzt, kein Therapeut!!


Schmerzen sollten immer abgeklärt werden! Egal wo, welche ... Und dafür bin ich als Yogalehrerin nicht prädestiniert - ich darf und kann es schlichtweg auch nicht. Schmerzen müssen ernst genommen und angeschaut werden. Und manchmal ist es dann auch notwendig mit den Asanas zu pausieren. Nicht aber mit meiner ganzheitlichen Yogapraxis - dem Pranayama, der Meditation und schon garnicht mit der tiefen Entspannung. ;) Yoga findet nicht auf der Matte statt.


Nehmen wir DEN RÜCKENSCHMERZ - gibt es ihn wirklich DEN RÜCKENSCHMERZ? Ja. Ganz oft entsteht er  durch  vermehrte andauernde muskuläre Anspannung, körperliche Fehlhaltung, Bewegungsmangel usw.

Ich habe selbst im Laufe meines Seins erleben, erfahren, spüren, verändern dürfen, wie alleine z.B. ein etwas längeres Grübeln über bestimmte Sachverhalte, meinen Körper in Schmerzen versetzte, so dass ich mich nicht mehr in der Lage fühlte längere Strecken zu gehen. Warum ist das so?

Unsere Körper sind darauf bedacht bei all unseren Bewegungen Energie einzusparen. So waren wir bereits früher in der Lage weite Strecken zurückzulegen.  Denke doch bitte einmal an all unsere Vorfahren... Wenn nun unser Gehirn, ein Energieräuber schlechthin, z.B mit Grübeln, Nachdenken und das in Dauerschleife - wer kennt es nicht dieses Hamsterrad - beschäftigt sein möchte oder ist, fehlt uns Energie an anderen Stellen.

Die Muskulatur kann sich nicht mehr so schnell und so gut entspannen, verspannte u. auch verkürzte Muskeln bzw. das Bindegewebe um sie herum beginnen zu schmerzen (sie fühlen sich unwohl, sind ausgetrocknet usw.),

dein Atemrhythmus verändert sich - flache Atmung versorgt uns nicht ausreichend mit Sauerstoff und Energie,

die Organe arbeiten nicht mehr wie sie es eigentlich tun -

z.B. wird der Darm träge oder das Gegenteil davon tritt ein usw. - wir fühlen uns unwohl.

Der Körper reagiert mit Stressreaktionen.


Sobald sich die Muskulatur nicht mehr richtig entspannt - in diesem Moment sind wir schon lange über unsere eigenen persönlichen Grenzen gelangt, können sich auch Schmerzen entwickeln. Schmerz, der dann eben in einer Yogastunde mit Entspannung, mit Achtsamkeit, mit Sanft u. Mut gegenüber mir selbst und meiner Umwelt, Pranayama und sanften Asanas verändern lässt. Wir lösen gemeinsam Anspannungen, mobilisieren und kräftigen unsere Muskeln, Faszien unseren Körper und verändern unseren Blickwinkel vor allem aber die Sicht auf uns Selbst - und das stets einfühlsam und mit einer Prise Humor.


In kleinen Gruppen ist es in den Yogastunden gut möglich auf eure Bedürfnisse einzugehen und das zu praktizieren, was dir in diesem Moment dient. Wenn eben die Schulter heute sehr sehr sehr schmerzt, legst du dich länger als gewohnt in einen unterstützten Fisch und atmest länger als gewohnt in all deine Atemräume - Entspannen - Loslassen ist eine Entscheidung. In die Yogastunde kommen auch.

von Heike Geist 22. Juli 2026
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Da waren sie bereits die ersten sonnigen und warmen Tage - im März 2026. Die Temperaturen lagen weit über dem Mitttel der letzten Jahre. Die Menschen zog es nach draußen in die Natur. Ja, die Sonne zaubert uns Menschen zumeist ein Lächeln ins Gesicht, hebt unsere Stimmung. Mit den Sonnenstrahlen starteten auch wieder die frühen Yogastunden am Morgen im Gemeindesaal in Bischweier. Während du deinen ersten Sonnengruß praktizierst, steigt hinter dem Hügel die Sonne zum Himmel. Der angrenzende Garten mit seinen alten, blühenden Bäumen, die Vögel die ihre Lieder singen, die frische Luft die über den Wiesen liegt - all das macht es möglich, dass diese Yogastunde dir leicht fällt und wohl tun kann. Jetzt kurz vor dem Frühlingsbeginn, zum kommenden Neumond, dann wenn Hindus Shivaratri (die Zeit zu der das Licht über die Dunkelheit siegt) feiern, wäre es doch schön, wenn du weiter am Ball bleibst oder wirklich wieder in deine Praxis einsteigst. Yoga zu praktizieren bedeutet dich selbst wahrzunehmen, dich selbst wertschätzend anzunehmen und dir gutes zu tun. Es geht nicht um höher, besser, weiter ... Wohl geht es aber um eine gewisse Contenance, eine innere Haltung zu uns, zu meinem innersten Kern, zu meinem Wesen, zu meiner Seele aber auch um meine Haltung gegenüber meiner Umgebung. So ist auch diese Gruppe eine gemischte Gruppe, die sich gegenseitig wohltut und befruchtet. Eine Gruppe, die Gemeinschaft im Fokus hat und doch jede(r) für sich praktiziert. Eben kein höher, besser, weiter, beweglicher, sportlicher .... Aber zurück zum Thema ;) Praktizieren bedeutet Zeit mit mir zu verbringen. Und wer möchte das nicht am besten täglich - und das bewusst. Mir Zeit zu nehmen, zu spüren wie ich mich fühle. Erkennen, wo fühle ich Enge oder Schwere. Und dann dieses, mein Befinden mit meiner Praxis so zu verändern, dass es mir wieder leichter ist, ich mich wohler fühlen kann. Sei es mit einem sanften Fisch z.B. auch über ein Bolster oder einer länger gehaltenen Krähe ;), dem Helden, dem Tänzer der Freude .... Vielleicht spüren wir aber auch Freude oder einfach Wut - die unser Herz poltern lässt ... Wie wäre es dann mit einigen Runden Sonnengruß und einer länger gehaltenen Vorbeuge? Der Sonnengruß unterstützt uns darin Stress, Unruhe abzubauen; die Vorbeuge lässt uns wieder mehr bei uns selbst ankommen. Tägliche Praxis heißt nicht stundenlang Asanas auf deiner Matte zu üben. Oft genügen regelmäßige kleine Einheiten, die du in deinen Alltag einbaust. Kurze tägliche Einheiten zu deiner Yogastunde in der Gruppe wirken sich positiv auf dich, deine Gesundheit und dein Wohlbefinden aus. Für Tipps, Anregungen wie dir das gelingen kann, komme einfach in die Stunden oder schenke dir vielleicht eine PersonalYogastunde und sprich mich darauf an.
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